Lebenslauf

Der Wesenstest ist wirklich jedem den man fragt ein Begriff: "Klar, da wird der Hund gestestet ob er agressiv ist...!" so die pauschale Aussage des Außenstehenden. Selbst was ich mir darunter vorgestellt hatte als Hundehalter, der nun schon etwas mehr davon wusste, traf es aber auch nicht so ganz. Ich berichte hier einfach mal....

 

Am Sonntag gings nach der üblichen Morgenroutine mit Sam um 08.15 Uhr los nach Frankfurt. Das Wetter war ganz ordentlich und so dachte ich das alles passt. Warum auch immer, es war eigentlich alles entspannt, da fing Sam während der Fahrt schon an zu jammern. Mist, er merkt, das was Anderes als Hundeschule oder Waldspaziergang laufen soll heute und der Rest vom "Rudel" fehlt auch noch. Warten wir mal ab.

 

Um 09.00 Uhr war ich da. Rund 20 Leute bereits versammmelt auf dem Parkplatz. 10 Hunde werden geprüft. Begrüßt wurde ich durch die Sonderleiterin, also die Organisatorin des Tests, dann wurden Ahnentafel und Impfpass gecheckt. Kurz nach mir kam dann auch der Richter. Der Richter hat seinen Parcour aufgebaut und hat dann eine kurze Einweisung gegeben, wie und was denn heute so stattfinden wird und vor allem warum man den Wesenstest grundsätzlich machen sollte. 

 

Der Wesenstest dient zum einen dem Züchter um ein sehr genaues Feedback zur tatsächlichen Entwicklung des Wurfes zu geben. Damit kann er Rückschlüsse auf die Verpaarung der Elterntiere ziehen, z.B. ob diese die gewünschten Anlagen im Wesen des Wurfes weitergegeben haben. Im Weiteren erhält man viele wertvolle Hinweise als Halter, wie sich der Hund in bestimmten Situationen verhält, die Tipps von einem Richter, der selbst schon jahrelang diese Hunde führt, im LCD Richter ist sind einfach Gold wert. Ich als Halter verhalte mich auch oft falsch und verstehe meinen Hund nicht immer richtig. Im Grunde genommen sieht der Richter genau, was der Hund besser machen und was ich als Führer besser machen könnte, woran man arbeiten sollte. Interessant ist, dass der Richter nicht sagt, was ich tun muss, damit der Hund eine bestimmte Sache macht, sondern er sagt dir, warum er es gerade nicht tun kann, wenn du es gerade unbedingt möchtest. Timing und Reaktionszeit sind für den Hund und Führer alles. Es ist schlicht unbeschreiblich, wie das für uns - Simone kam rechtzeitig zum Test dazu - die Perspektive auf unsere Beziehung zu Sam noch positiver verändert und bestärkt. Es ist eine absolute Hilfe und ein großer Zugewinn an Know-How. Ich kann das nur jedem empfehlen. Wir fühlen uns in vielen Dingen bestätigt, haben aber auch Hausaufgaben mit nach Hause genommen. Mir kommt es so vor, als hätte ich einen kleinen Gesellenbrief für Hundehalter gemacht. Es ist auf der einen Seite ein Gefühl der Befreiung und auf der anderen Seite auch Ansporn sich in der Führung zu verbessern. Ich denke nur wer den Test macht kann das so nachvollziehen.

 

Sam war recht aufgeregt. Er hat viel im Wagen gebellt. Um 09.30 Uhr begann das Richten. Der Arme musste 3 Stunden im Auto warten. Dann war es soweit. Auf ging es zum Abenteuerspaziergang auf dem Hundeplatz. Dort warteten dann allerlei Aufgaben auf Sam, die er zu bewältigen hatte. Er musste sich Stofftieren stellen, anhupen lassen, vom Gespenst erschrecken lassen, auf einen Pistolenschützen zugehen der geschossen hat, ohne uns im Menschkreis sitzen und sich betatschen lassen, er durfte aber auch spielen. Ich sah das so, als wurde dort geprüft, wie gut er sozialisiert ist. Vor allem mit akustischen und optischen Reizen. Dabei war er manchmal unerschrocken, manchmal veunsichert und zurückhaltend. Was man selbst als kritisch sieht, aber in der Beurteilung ganz anders bewertet wurde. Er hat sich also so verhalten, wie es erwartet wurde und hat die gewünschten rassetypischen Eigenschaften und keinerlei ungewünschte gezeigt. Ich finds klasse diese Gewissheit zu haben. Das gibt uns als Führer viel mehr Sicherheit.